Wie kommt man eigentlich auf die Idee, einen Foodtrailer zu kaufen? Eine sehr gute Frage. Irgendwo zwischen Ideen, Selbstoptimierung und ziemlich viel Tatendrang muss das Ganze ein wenig eskaliert sein.
Von „Wir machen eine Kneipe auf!“ über „Lass uns doch eine Sportsbar eröffnen“ bis hin zu „Wie wäre es eigentlich mit einer mobilen Weinbar?“ war es irgendwie ein langer – und gleichzeitig erstaunlich kurzer – Weg. Für die Kneipe fehlte uns die passende Location. Für die Sportsbar das nötige Kleingeld.
Und für ein mobiles Konzept? Naja. Eigentlich hatten wir dafür alles, was sich für uns wichtig angefühlt hat: Eine Idee. Einen Wunsch. Eine Vorstellung davon, wie es werden soll. Jede Menge Tatendrang. Und dann kam der Aktionismus.
Wir waren – und sind es bis heute – einfach überzeugt davon, dass wir das gemeinsam schaffen können. Denn mal ganz ehrlich: Wie schön ist bitte die Vorstellung, unterwegs zu sein und Menschen unsere liebsten Weine und unsere eigenen Flammkuchen-Kreationen näherzubringen? Für uns klingt das ziemlich nah an einem perfekten Job.
Okay. Und wo bekommt man jetzt einen Foodtrailer her?
Also machten wir das, was man 2026 eben macht, wenn man keine Ahnung hat: Wir fragten das Internet. Die ersten Ergebnisse waren allerdings eher ernüchternd. Gebrauchte Trailer für mehrere Zehntausend Euro. Modelle ausschließlich für Wein. Andere ausschließlich für Essen. Völlig verschlissene Anhänger. Klassische Imbisswagen. Und jede Menge Varianten, bei denen wir immer wieder dachten: Nee. Das sind einfach nicht wir. Denn wir wollten beides. Wein UND Flammkuchen.
Nicht irgendwie nebeneinander, sondern als ein gemeinsames Konzept. Schließlich ist genau diese Kombination das Herzstück von Flavino. Also zogen wir weiter durch die unendlichen Gefilde des Internets – und irgendwann stießen wir auf Buddy Star, einen Hersteller für Foodtrucks und Foodtrailer.
Und plötzlich wurde aus: „Guck mal, der wäre doch cool.“ langsam: „Sollen wir uns wirklich ein Angebot machen lassen?“ und irgendwann: „Wenn wir das jetzt unterschreiben, gibt es kein Zurück mehr.“
Diesen Satz haben wir uns übrigens nicht nur einmal gesagt. Und dann haben wir unterschrieben. Wir nahmen also ziemlich genau das Geld in die Hand, das wir zur Verfügung hatten und noch mehr. Wir rechneten. Überlegten. Wogen Risiken ab. Rechneten wahrscheinlich noch einmal. Und saßen trotzdem irgendwann mit rasendem Herzen vor dieser Bestellung. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie absurd sich das angefühlt hat. Mehr Geld, als wir jemals zuvor für eine einzelne Sache ausgegeben hatten. Und dann klickt man nicht auf „Sneaker bestellen“. Man bestellt einen Foodtrailer. Für ein Unternehmen, das bis vor Kurzem hauptsächlich aus einer Idee in unseren Köpfen bestand. Natürlich hatten wir Respekt davor. Natürlich haben wir darüber gesprochen, was passiert, wenn nicht alles so läuft, wie wir es uns vorstellen. Und trotzdem haben wir bestellt. Nicht, weil wir wussten, dass alles perfekt funktionieren wird. Sondern weil wir an unsere Idee glauben.
Und dann hieß es: warten.
Die Bestellung ging im Mai raus. Der Juni verstrich. Und während irgendwo unser Trailer gebaut wurde, waren wir beschäftigt mit Anträgen, Anmeldungen und Dokumenten. Mit Behörden, Kalkulationen, Rezepten, Partnern und ungefähr 700 Dingen, von denen wir einige Monate vorher noch nicht einmal wussten, dass wir uns jemals damit beschäftigen würden. Und plötzlich kam die Nachricht: Der Trailer ist so gut wie fertig.
Dieses Gefühl lässt sich wirklich schwer beschreiben. Nach all den Monaten, in denen Flavino hauptsächlich aus Plänen, Tabellen, Gesprächen und Vorstellungen bestand, sollte da plötzlich tatsächlich etwas stehen, das man anfassen kann. Unser Trailer. Es wird real. Und dann fiel uns etwas ein.
Ähm … womit wollen wir das Ding eigentlich ziehen? Mit meinem kleinen Fiesta? Wohl eher nicht.😄
Und so fanden wir uns plötzlich in einer Welt aus Zuggesamtgewicht, Führerscheinklassen, Anhängelast, Stromanschlüssen, Zulassung und Versicherungen wieder. Dinge, über die wir früher beim Abendessen erstaunlich selten gesprochen haben. Aber auch das gehört offenbar dazu, wenn man irgendwann beschlossen hat, dass eine mobile Wein- und Flammkuchenbar eine hervorragende Idee ist. Zum Glück können wir mittlerweile auch hinter das Thema Zugfahrzeug einen Haken setzen. Damit steht der Abholung unseres Trailers eigentlich nichts mehr im Weg. Eigentlich. Jetzt muss Lucas nächste Woche nur noch seine Prüfung für den Anhängerführerschein bestehen. Also wirklich gar kein Druck. 😄
Und während unser Trailer in den vergangenen Monaten irgendwo darauf gewartet hat, Flavino zu werden, haben wir irgendwie genau dasselbe getan.
Jetzt können wir es kaum erwarten, ihn endlich abzuholen. Und dann steht sie da plötzlich. Unsere Idee. Auf Rädern.
