Am Wochenende waren wir zu Besuch beim Weinhof St. Anna. Einmal im Jahr fahren wir gemeinsam mit Freunden dorthin und verbringen ein Wochenende an der Mosel. Familie, Freunde, gutes Essen und natürlich Wein – was gibt es Besseres?
Dieses Jahr war allerdings etwas anders. Nachdem wir Jürgen als Partner für Flavino gewinnen konnten, hatten wir ihm vorgeschlagen, die Zubereitung der Flammkuchen an diesem Wochenende einfach selbst zu übernehmen. Ein Angebot, das er sich – verständlicherweise – nicht zweimal sagen ließ.
Weniger Arbeit für ihn und Cindy und für uns die perfekte Gelegenheit, Flavino zum ersten Mal unter ziemlich realen Bedingungen auszuprobieren. Win-win.
Und plötzlich standen wir in einer Gastro-Küche.
Zum ersten Mal gemeinsam. Mit dem Plan, Flammkuchen für 23 Personen zuzubereiten. Und was sollen wir sagen? Es war fantastisch. Wobei wir zugeben müssen: Kurz vorher wurden wir dann doch ein kleines bisschen nervös. Ich meine – wie oft beköstigt man schon mal eben 23 Personen gleichzeitig? Ich kann euch sagen: Wir bisher nicht besonders oft.
Also ging es los. Teig kneten, Teiglinge formen, Zutaten schneiden, alles vorbereiten, Ofen vorheizen. Eigentlich lief es erstaunlich gut. Bis kurz vor dem Start. Das Hackfleisch war hinüber. Uns wurde kurz anders. Aber hilft ja alles nichts.
Also musste Plan B her – beziehungsweise die einzige Person, die zu diesem Zeitpunkt noch nüchtern genug war, um Auto zu fahren. Zum Glück hatte unser Retter des Abends den Nachmittag nicht damit verbracht, sich gemeinsam mit den anderen durch die Weinauswahl zu probieren, sondern ganz vorbildlich ein Nickerchen gemacht. Manchmal zahlt sich so etwas eben aus.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es ans Eingemachte. Wir rollten die ersten Teiglinge aus, belegten gemeinsam unsere Flammkuchen und schoben sie nach und nach in den Ofen. Und jetzt würde natürlich der Teil kommen, an dem wir erzählen könnten, wie plötzlich alles eskaliert ist. Der Ofen streikt. Der Teig klebt an der Decke. 23 hungrige Menschen warten. Angelina bekommt einen Nervenzusammenbruch. Lucas wandert aus. Die Flammkuchen verbrennen, die Saucen schmecken nicht. Jedes Horrorszenario was man sich vorstellen kann.Aber … nichts davon ist passiert. Es lief.
Natürlich war nicht jeder Flammkuchen sofort zu 100 Prozent so, wie wir ihn uns vorgestellt hatten. Genau deshalb wollten wir diesen Test schließlich machen. Aber wir fanden immer besser unseren Ablauf, bekamen ein Gefühl für die Zubereitung und konnten zum ersten Mal beobachten, wie unsere Kreationen bei einer größeren Gruppe ankommen. Und das Schönste: Die Rückmeldungen waren wirklich gut. Und genau deswegen waren wir dort. Wir wollten an diesem Abend nicht beweisen, dass schon alles perfekt ist. Wir wollten ausprobieren. Zuhören. Lernen.
Welche Flammkuchen kommen besonders gut an? Welche Signature Sauce passt vielleicht noch besser? Wie funktioniert unser Ablauf, wenn nicht zwei, sondern plötzlich zwanzig Menschen auf ihren Flammkuchen warten? Und vor allem: Wie fühlt es sich eigentlich an, wenn aus all den Excel-Tabellen, Rezepttests, Kalkulationen und Ideen zum ersten Mal ein kleines bisschen echte Gastronomie wird?
Die Antwort darauf? Verdammt gut.
Wir haben an diesem Abend unglaublich viel mitgenommen. Nicht nur Feedback zu unseren Flammkuchen und Saucen, sondern auch viele kleine Erkenntnisse, die uns bei den nächsten Tests und später im richtigen Betrieb helfen werden. Und genau deshalb sind wir Jürgen und Cindy unglaublich dankbar, dass sie uns diese Möglichkeit gegeben haben.
Was als Weinwochenende mit Freunden angefangen hat, wurde für uns ganz nebenbei zu einem ziemlich wichtigen kleinen Meilenstein auf dem Weg zu Flavino.
23 Gäste. Jede Menge Flammkuchen. Ein Hackfleisch-Notfall. Und zwei ziemlich glückliche zukünftige Gastgeber.
Wir würden sagen: Test bestanden.






